Schwierigen Klienten "Paroli" bieten!?! Weshalb sich Klienten unmotiviert zeigen und wie Fachkräfte dennoch hilfreich sein können.

In diesem Seminar/Workshop wird die Frage im Mittelpunkt stehen, was Fachkräfte in der Sozialen Arbeit tun, vor allem aber unterlassen sollten, wenn sie Klienten „motivieren“ wollen.

Programm/Ablauf

Inhalte/  Zielsetzung

Auf der einen Seite klagen Fachkräfte in den  Feldern der Sozialen Arbeit immer wieder darüber, dass ihre Klienten unmotiviert seien. Sie stellen fest, dass Kunden nicht wirklich mitarbeiteten, Termine nicht einhielten und wenig oder gar keine Initiative zeigten. Viele Hilfen werden mit der Begründung abgebrochen, dass der Kunde nicht genügend engagiert, also zu wenig motiviert sei. Und dies gilt nicht nur für Kontexte Sozialer Arbeit, die von den Kunden, manchmal auch den Fachkräften selbst, als Zwangskontext verstanden werden. Dies gilt auch für Arbeitsfelder, die ausdrücklich darauf spezialisiert sind, Klienten in ihren eigenen Zielen zu unterstützen.

Umso überraschender die andere Seite. Im theoretischen Diskurs der Sozialen Arbeit kommt das Thema „motivierte Kunden“ nicht vor. Lediglich das Thema „unmotivierte Klienten“ wird als Randaspekt im Zusammenhang sogenannter Zwangskontexte behandelt. Aber auch in der Ausbildung von Studierenden wird wenig darüber nachgedacht, wie denn Kunden gezielt unterstützt werden können, wenn sie positive Ziele benennen und verfolgen wollen, aber die Initiative fehlt, aktiv und kraftvoll das Ziel anzugehen.

In diesem Seminar/Workshop wird die Frage im Mittelpunkt stehen, was Sozialpädagogen tun, vor allem aber unterlassen sollten, wenn sie Klienten „motivieren“ wollen.

Es werden vier Motivationsstrategien vorgestellt, die über die üblichen  Motivationsstrategien von Sozialpädagogen - optimistische Voraussagen, ermutigende Erklärungen und positive Schlussfolgerungen - hinausgehen. Denn in manchen Situationen ist dies kontraindiziert. Aber auch der in den modernen Diskursen euphorisch propagierte Ziel-(SMART) und Ressourcenfokus, kann unter bestimmten Voraussetzungen Demotivation auslösen.

Grundlage des Seminars bilden die Überlegungen von vier renommierten Fachleuten der Motivationsforschung, Alfred Lange (NL),Evelyne Maaß und Karsten Ritschl (D) und Martin Appelo (NL).

So äußert Lange sein Befremden, dass im Kontext der sozialpädagogischen Unterstützung wenig darüber nachgedacht wird, was der Sozialpädagoge selbst tun kann, um einerseits die Erfolgschancen seiner Interventionen zu erhöhen und andererseits die Aufmerksamkeit auf die Motivation des Klienten zu richten. Lange skizziert eine Vielzahl von Motivationsstrategien, von besonderem Interesse aber  ist seine Unterscheidung in „kongruente“ und „judogleiche“ Motivationsstrategien.

In die gleiche Stoßrichtung gehen aktuelle Überlegungen der Motivationsforschung, wie sie von Evelyne Maaß und Karsten Ritschl diskutiert werden. In Anlehnung an das Konzept der Lap-Profile aus dem NLP haben sie ein eigenes Modell entwickelt, in dem sieben Motivationsprofile unterschieden werden. Unter Motivationsprofilen verstehen sie Muster und damit wiederkehrende Ähnlichkeiten im Verhalten, im Denken und in der Wahrnehmung von Menschen.

Für den Umgang mit „schwierigen“ Klienten sind zwei Musterpaare von besonderem Interesse: Einmal das „internale“ und „externale“ Muster und zum  anderen das „Weg von“ und das „Hin zu“ Muster. Beide gehen von der Annahme aus, dass der Profi motivierend wirkt, wenn er das Motivationsmuster des Klienten trifft und Demotivation auslöst, wenn er daneben liegt.

Dabei macht uns vor allem das „Weg von“ Muster auf eine fatale Übertreibung der letzten Jahre aufmerksam: Denn der euphorisch propagierte Ressourcen- und Lösungs- und Zielfokus, wirkt in manchen Fällen demotivierend.

Und nicht zuletzt werden in diesem Seminar die provokativen und doch so anregenden Überlegungen von Martin Appelo vorgestellt. Er geht davon aus, dass Menschen nie unmotiviert sind, d.h. heißt anders formuliert, dass jeder Klient seine Argumentehat, für das, was er will, tut, nicht will oder nicht tut.

Methodik/Didaktik:

Die Fortbildung verfolgt durch eine interaktive und praxisorientierte Herangehensweise eine pro-aktive und selbstverantwortliche Lernhaltung. Kurze  Impulsreferaten, gruppendynamische (Selbst)erfahrungen, Witz und Humor kreieren eine optimale Lernatmosphäre. 

 

Zielgruppe:

Sozialpädagogische Fachkräfte in stationären  und ambulanten Arbeitsfeldern, die zielorientierter und im Sinne Ihrer Klienten erfolgreicher arbeiten wollen. 

Startdatum
17.01.2022 - 10:00
Enddatum
18.01.2022 - 17:00
Ort Titel
Institutsräume
Ort Adresse
Herrenteichsstr. 1
Ort Plz.
49074
Ort Stadt
Osnabrück
Ort Land
Deutschland
Ansprechpartner

Rainer Orban

Preis
320 Euro
Redner
  • Prof. Dr. Karl-Heinz Lindemann
  • Jan Hesselink


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